TC Bohlsbach ist deutscher Meister

Tennis: Herren 40 holen sich Titel durch 5:1-Finalsieg gegen den Ratinger TC / Ehrenpunkt durch Nicolas Kiefer

Der TC BW Bohlsbach ist deutscher Tennis-Mannschaftsmeister bei den Herren 40. Bei der Endrunde auf hei­mischer  Anlage setzten sich die Ortenauer gestern im Finale gegen den Ratinger TC mit 5:1 durch. Insgesamt über 1000 Zuschauer sahen an den beiden Tagen hochklassige Duelle zahlreicher ehemaliger Weltklassespieler.

VON MARCUS HUG


Offenburg-Bohlsbach.
Mit dem verwandelten Match­ball  des Tschechen Bohdan Ulihrach erreichte der TC BW Bohlsbach gestern um 13.11 Uhr sein großes Ziel. Die mit mehreren Ex-Stars verstärk­ten  Herren 40 krönten sich durch zwei souveräne Endrun­densiege  zum deutschen Meis­ter.  »Wir sind natürlich mega glücklich, dass es geklappt hat. Jetzt kann gefeiert werden«, erklärte Mannschaftsführer Marc Baumann nach zwei auf­regenden  und erfolgreichen Tennistagen.
Im Endspiel war es gestern zum erwarteten Duell mit dem Ratinger TC gekommen. Doch entgegen aller Erwartungen war die Partie schon nach den Einzeln zugunsten der Bohls­bacher  entschieden. »Ratingen ist mit zwölf Spielern angereist und wollte unbedingt Meister werden. Die hatten ganz be­stimmt  nicht erwartet, schon nach den Einzeln als Verlierer dazustehen«, meinte Baumann.
Schon in der ersten Einzel­runde  lief aber alles optimal für die Gastgeber. Vor allem auf den hinteren Positionen war die Überlegenheit augen­scheinlich.  David Prinosil (4) und Martin Sinner sorgten mit deutlichen Zwei-Satz-Sie­gen  über Daniel Dolbea bzw. Matthias Müller-Seele für ei­nen  schnellen 2:0-Vorsprung. Dramatisch ging es dagegen im
Match von Jiri Novak zu. Der ehemalige Weltranglistenvier­te  lieferte sich mit dem Franzo­sen  Arnaud Magnin ein Duell auf herausragendem Niveau. »Das war zweifellos das bes­te  Match dieser Endrunde«, fand Baumann. 6:3, 5:3 lag der Tscheche bereits vorn, muss­te  dann aber doch noch in den dritten Satz, der als Match-Tie­break  bis 10 ausgetragen wur­de.  Beim Stand von 2:4 sah es nicht gut aus, aber dann mach­te  Novak acht Punkte in Fol­ge  zum 10:4. »Wahnsinn, eine überragende Leistung«, kom­mentierte  Baumann.

Auf den Nebenplätzen hatte derweil längst die zweite Ein­zelrunde  begonnen. Herren-45-Weltmeister Marcus Hilpert holte gegen den Niederländer Martijn Bok den vierten Bohls­bacher  Punkt. Und als Boh­dan  Ulihrach im Duell zwei­ter  ehemaliger Top-30-Spieler gegen den Österreicher Stefan Koubek in Führung ging, war der Meistertitel greifbar. Zwar musste auch Ulihrach noch in den Match-Tiebreak, machte dort aber alles klar und löste bei seinen Teamkollegen und den Verantwortlichen des TC BW Bohlsbach großen Jubel und Erleichterung aus.
Regenpause am Samstag

Obwohl alles entschieden war, bekamen die knapp 700 Zuschauer dann noch ein ech­tes  Schmankerl geboten, denn im Spitzeneinzel trafen mit Alexander Waske und Nico­las  Kiefer zwei ehemalige deut­sche  Davis-Cup-Spieler aufein­ander.  »Die haben die Situation absolut profesionell gemeistert, obwohl es eigentlich um nichts mehr ging«, freute sich Bau­mann.  Der frühere Weltrang­listenvierte  Kiefer bestach vor allem mit großartigen Returns und holte mit 6:3 und 7:5 den Ratinger Ehrenpunkt.
Am Samstag hatten die Bohlsbacher Verantwortlichen vor allem mit dem schlechten Wetter zu kämpfen. »Kurz vor dem geplanten Spielbeginn um
10 Uhr kam derRegen«, so Bau­mann.  Dank des großen Ein­satzes  zahlreicher Clubmit­glieder  und Helfer musste aber nicht in die Halle ausgewichen werden. Um 14 Uhr waren die Plätze bespielbar.
Trotz der nasskalten Wit­terung  hatten 400 Zuschau­er  den Weg auf die Anlage ge­funden,  um die Halbfinals zu beobachten. Während Ratin­gen  beim 8:1 gegen Außensei­ter  TC Regensburg selbst mit der B-Mannschaft kaum ge­fordert  wurde, musste Bohls­bach  die schwerere Aufgabe ge­gen  den SSC Berlin meistern. Aber auch hier war schon nach den Einzeln alles klar. Höhe­punkt  war der grandiose 6:4, 7:6-Sieg von Waske gegen den ehemaligen Australian-Open-Finalisten Thomas Enqvist aus Schweden.
»Besser hätte es nicht laufen können. Wir sind sehr stolz auf unser Team und den gesamten Verein«, resümierte Baumann, nachdem er aus den Händen von Offenburgs Sportbürger­meister  Hans-Peter Kopp und dem Tennis-Bezirksvorsitzen­den  Edgar Faller den Siegerpo­kal  entgegennehmen durfte.

OT-Bericht vom 04.09.2017 hier.