Hoffen auf die Trendwende

Tennis: Sinkende Teilnehmerzahlen bei Offenburger Jugend-Stadtmeisterschaften bereiten Sorgen

Heute in einer Woche beginnen die Offenbur­ger  Jugend- Stadtmeis­terschaften  im Tennis. Fünf Tage lang geht es auf fünf Anlagen in zehn Kategorien um Titel, Pokale und Medaillen. Doch zwei Tage vor dem Anmeldeschluss am Donnerstag zeichnet sich eine Fortsetzung des negativen Trends bei den Teilnehmerzahlen ab.


Jan-Luca Disson vom TC BW Bohlsbach möchte nach Platz zwei im Vorjahr in diesem Jahr den Stadtmeistertitel in der männlichen U21 gewinnen.

 

VON HEIKO RUDOLF 
Offenburg.
Dass der Ten­nis-  Boom in Deutschland aus Zeiten von Boris Becker und Steffi Graf trotz der jüngsten Erfolge von Angelique Kerber und Alexander Zverev längst vorbei ist, ist kein Geheim­nis.  Gerade im Nachwuchs­bereich  klagen die Turnier­veranstalter  immer wieder über rückläufige Anmeldun­gen.  »Jugendturniere unter­liegen  häufig starken Schwan­kungen,  eine Planung ist daher meist schwierig«, bestätigt Marcus Hug, Turnierreferent des Tennisbezirks Oberrhein-Breisgau, den negativen Trend, der auch vor der Sportstadt Of­fenburg  keinen Halt macht.

Denn bevor vom 18. bis 23 Juli wieder der männliche und weibliche Nachwuchs in den Altersklassen U10, U12, U14, U16 und U21 auf den An­lagen  des TC BW Bohlsbach, TC Elgersweier, TC Offenburg, PSV Offenburg und TC Ram­mersweier  (Spielorte der ein­zelnen  Altersklassen werden noch bekanntgegeben) um die Titel der Stadtmeister kämp­fen,  ist längst noch nicht klar, ob überhaupt alle Altersklas­sen  für sich ausgespielt wer­den  können. »Wir haben bis Sonntagabend 29 Anmeldun­gen  erhalten«, ist Rudolf Gut­heil  vom Mitausrichter TC BW Bohlsbach dennoch guter Din­ge,  dass die Zahl bis zum Mel­deschluss
am Donnerstag noch deutlich gesteigert wird: »Oft kommen die Anmeldungen erst auf den letzten Drücker.«  Gutheil und das Organi­sationsteam  um Turnieraus­schuss  Reinhard Bross haben Ende letzter Woche nochmals mit allen Offenburger Tennis­vereinen  Kontakt aufgenom­men  und dazu aufgerufen, bei den Jugendlichen Werbung für eine Anmeldung zu machen. Denn Gutheil weiß: »Der Ter­min  zum Ende der Rundenspie­le  und Abschluss des Schuljah­res  ist nicht das Problem, auch wenn es dem ein oder anderen vielleicht zu viel ist. Wir bauen auf die Kommunikation in den Vereinen.«  Als »unglaublich kritisch« bezeichnet Michel Elsté vom Sportamt der veranstalten­den  Stadt Offenburg die Ent­wicklung  der Teilnehmerzah­len  in den letzten Jahren: »Wir hatten einst rund 100 Teilneh­mer,  letztes Jahr waren es ge­rade  noch 50 – das ist erschre­ckend!  « Schließlich gebe es laut Mitgliederstatistik der Vereine genügend Jugendli­che,  allerdings sind manche Vereine bei den Stadtmeister­schaften  überhaupt nicht ver­treten.  »Wenn von rund 200 jugendlichen Tennisspielern in Offenburg nur rund 50 teil­nehmen,  machen wir uns als Veranstalter – auch unter fi­nanziellen  Gesichtspunkten – schon unsere Gedanken«, gibt Elsté offen zu. Einen geeigne­ten  Termin zu finden, sei zwar schwierig, doch alleine dar­an  könne es nicht liegen. »Da scheint es auch ein Kommu­nikationsproblem  in den Ver­einen  zu geben«, erklärt sich Elsté den negativen Trend, »ob­wohl  die Altersklassen um die U21 erweitert wurden«. Für 2017 bleibe das (finanzielle) En­gagement der Stadt laut Elsté unabhängig von den Teilneh­merzahlen  zwar gleich, aber: »Wenn der Trend anhält, wer­den  wir den Pro-Kopf-Betrag neu berechnen und unser En­gagement  für die Zukunft zwar nicht einstellen, aber eventuell reduzieren.«  Keine rosigen Aussichten für die Traditionsveranstal­tung.  Und deshalb hofft Rudolf Gutheil für die Turniertage, an denen die Spiele unter der Woche um 16.30 Uhr und am Wochenende um 9.30 Uhr be­ginnen  werden, nicht nur auf gutes Wetter, sondern in erster Linie auf »viele Teilnehmer«.
Anmeldungen sind bis Don­nerstag  (19 Uhr) bei den Ju­gendwarten  der Offenburger Vereine oder online im Tur­nierportal  möglich unter:
 www.badischertennisverband.de 

OT-Bericht vom 11.07.17 hier.